Geschichtliches

Die Geschichte des Herzenslustteams in Bochum ist maßgeblich geprägt von den jeweils verantwortlichen Koordinatoren bzw. dem Koordinatorenteam, sowie von den Entwicklungen bei Herzenslust auf Landesebene und den Entwicklungen zum Umgang mit Prävention und STIs.

 

Etwa um das Jahr 2000 wurden das Projekt Wilde Triebe Bochum als Ortsgruppe des Landesweiten Projekts Herzenslust gegründet. Erster Koordinator war Michael Brand der bis 2005 die Organisation inne hatte. Er organisierte zunächst allein die Zusammenarbeit der Aids-Hilfe Bochum e.V. mit Betreibern schwuler Szene in Bochum, Gelsenkirchen und Essen. So entstand unter anderem eine zunehmend enge Verbindung mit der „Schwul-lesbischen Jugend Gelsenkirchen e.V.“ (SLJG e.V.). Mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern der SLJG e.V. wurden verschiedene Veranstaltungen organisiert. Dabei z.B. die monatliche Youngstar Party in der Phönix Sauna in Essen, die Valentinsparty im „Take-Off“ Gelsenkirchen oder zweimal im Jahr die BO-YS-Party im Kulturbahnhof Langendreer in Bochum. Gegen Ende seiner Koordination hatte sich ein kleines ehrenamtliches Team bei der Aidshilfe in Bochum, die zu dem Zeitpunkt noch in der Bergstraße war, gebildet.

 

Von 2006 bis 2008 koordinierte Arne Kayser das Wilde Triebe Team Bochum. Das Team konzentrierte sich in dieser Zeit vorwiegend auf die beiden BO-YS-Partys (Februar und Oktober), die es mit den Ehrenamtlichen der „Schwul-lesbischen Jugend Gelsenkirchen e.V.“ (SLJG e.V.) präventionstechnisch bespielte. Zu dieser Zeit war es üblich für jede Party ein Motto mit Aktionen und Dekorationen zu organisieren. Die Mitarbeit mit der SLJG e.V. wurde in dieser Zeit deutlich reduziert und einige Projekte wie z.B. die Youngstar Party in der Phönix Sauna Essen eingestellt. Während der Koordination von Arne zog die Aids-Hilfe Bochum und damit auch das Herzenslustteam von der Bergstraße in die Harmoniestraße um.

 

Von 2008 bis 2014 war Thomas Josch leitender Koordinator des Wilde Triebe-Teams, das dann zum Herzenslust-Team Bochum wurde. Während seiner Leitung hatte das Team zeitweise seine größte Ausdehnung mit über 20 regelmäßig teilnehmenden, ehrenamtlichen Mitarbeitern. Während seiner Zeit wurde durch den Beschluss der Landesarbeitsgruppe Herzenslust das Corporate Design in seiner heutigen Form beschlossen. Damit wurde aus den Wilden Trieben Bochum das Herzenslust Team Bochum. In dieser Zeit wurden viele Präventionskonzepte erdacht und geplant. Regelmäßige Updates durch Kurzvorträge der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu STIs und schwuler Lebenswirklichkeit an die Mitarbeiter weitergegeben. Thomas Josh bemühte sich darum den Verein „Schwul-lesbische Jugend Gelsenkirchen e.V.“ in seiner Rolle als Herzenslust-Koordinator zu unterstützen. Mangels Mitglieder wurde der Verein 2010 zugunsten der Aids-Hilfe Bochum e.V. aufgelöst. Damit zog sich die Prävention durch Herzenslust aus dem Bereich Gelsenkirchen zurück. Gelegentlich wurde versucht, die dortige entstehende schwule Szene zu unterstützen, jedoch hielt sich dort kein Unternehmen länger. Desweitern fand unter Thomas Koordination eine zunehmende Professionalisierung der Arbeit innerhalb des Teams statt. Dies geschah unter anderem durch die zunehmende Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Unter anderem wurden ehrenamtliche Mitarbeiter für den „Health Support“ der Seite „www.planetromeo.de“ ausgebildet. Gegen Ende der Koordination wurde zunehmend deutlich, dass die Prävention von HIV&AIDS ein Kernthema bleiben wird, aber dass auch die Prävention anderer STIs zunehmend in den Vordergrund rückt. Im Rahmen der Kompanie „Ich weiß was ich tu“ (IWWIT) wurde das Angebot „Beratung und Test“ (BuT) gegründet und ehrenamtliche Mitarbeiter zu Beratern ausgebildet. In Bochum fehlte jedoch zunächst ein entsprechendes Projekt wo die Berater eingesetzt werden konnten. Schließlich wurde ein Projekt gegründet bei dem sonntags auf dem Autobahnhof Bladenhorst ein „Beratung und Test“-Angebot stattfand. Die Größe des Teams machten es erforderlich, dass ein Co-Koordinator bestimmt werden musste.

 

Im Jahr 2010 wurde Thomas Josch durch Markus Winternitz unterstützt. Das Projekt erfuhr durch seine Unterstützung eine deutliche Wandlung hin zu mehr Pragmatismus.

 

Von 2011 bis 2012 unterstützte Marvin Deversi das Herzenslust-Team Bochum. Mit seiner Hilfe konzentrierte sich das Team vornehmlich auf die konzeptionelle Präventionsarbeit. Ideen für neue Projekte wurden durchdacht, geplant und zum Teil umgesetzt. In dieser Zeit war André Mücke Co-Koordinator des Herzenslust-Teams Bochum. Vorrangige Projekte waren die regelmäßige Planung der Februar- und Oktober-BO-YS-Party im Kulturbahnhof Langendreer sowie des sonntags stattfinden Beratung und Test-Angebotes auf dem Autobahnparkplatz Bladenhorst. Im Jahr 2014 beendeten Thomas Josch und André Mücke kurz nach einander die Arbeit als Koordinatoren des Herzenslustteams.

 

Von 2012 bis 2013 übernahm interimsweise der Geschäftsführer der Aids-Hilfe Bochum e.V. Arne Kayser erneut die Koordination. Das Team bemüht sich in dieser Zeit das Angebot von Herzenslust Bochum aufrecht zu erhalten und suchte nach einem neuen Koordinator. In dieser Zeit wurde das bisherige „Beratung und Test“ (BuT)-Angebot von einem mobilen in ein stationäres Angebot in den Räumen der Aids-Hilfe Bochum e.V. umgewandelt. Etwa in dieser Zeit ziehen sich die letzten ehrenamtlichen Mitarbeiter des Herzenslust-Team Bochum aus dem „Health Support“ der Seite „www.planetromeo.com“ zurück.

 

Seit 2013 ist der verantwortliche Koordinator Marcel de Olivera. Unter seiner Leitung wurde das Angebot „Beratung und Test“ (BuT) stärker mit dem Herzenslust-Team verknüpft. Das Herzenslust-Team organisiert die Beratungstermine, bildet seine Mitarbeiter fortlaufend aus und weiter. Besonders stark wurde dies nach dem Umzug der Aids-Hilfe Bochum e.V. von der Harmoniestraße in die Brückstraße deutlich. Ein weitere Schwerpunkt den Marcel und das Team derzeit verfolgen ist die Unterstützung der Szene vor Ort. In einer zunehmend digitalisierten Welt in denen sich wie auch immer geartete Kontakte zwischen Männern, die Sex mit Männern haben, über das Internet anbahnen verlieren rein schwule Lokale und Veranstaltungen zunehmend an Bedeutung. Die Folge ist ein sterben dieser Szene. Daneben sieht sich das Team mit der Gewöhnung und der Verharmlosung des Themen HIV&AIDS konfrontiert und sucht daher nach neuen Möglichkeiten seine Präventionsbotschaften kreativ an den Mann zu bringen.